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Siege und Titel

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Es war eine spannende und aufregende Saison für Proton Competition in der European Le Mans Series. Doch am Ende war alles gut: Das Erfolgsteam aus dem schwäbischen Ummendorf holte in seiner Klasse GTE den Meistertitel.

Starker Saisonauftakt auf dem Circuit Paul Ricard: Beim Vierstundenrennen in Le Castellet feierte das Team mit seinen Porsche 911 RSR ein Doppel-Podium. Christian Ried, Gianmaria Bruni und Lorenzo Ferrari belegten mit der Startnummer 77 den zweiten Platz, während Michael Fassbender, Zach Robichon und Richard Lietz mit der 88 als Dritte ins Ziel kamen.

Das Auftaktrennen auf dem Formel-1-Kurs in Südfrankreich war an Spannung kaum zu überbieten. Nach einer sehenswerten Aufholjagd verpasste Gianmaria Bruni den Sieg in einem Wimpernschlagfinale nur um eine gute Zehntelsekunde.

„Das war ein Saisonauftakt nach Maß. Beide Autos auf den Podiumsplätzen und den Sieg nur um eine Zehntelsekunde verpasst – auf diesem Start können wir aufbauen“, sagte Michael Ried. Christian Ried war im Ziel ganz aufgelöst: „Das war nichts für schwache Nerven. Die Aufholjagd von Gimmi war sensationell.“ Zufrieden waren auch die Piloten der Startnummer 88. Richard Lietz sprach für seine Teamkollegen Michael Fassbender und Zach Robichon, als er sagte: „Heute haben wir bewiesen, dass unser Podium im Saisonfinale 2021 kein Zufall war. Jetzt sind wir endgültig angekommen in dieser starken Meisterschaft.“

Die Rückkehr der European Le Mans Series nach Imola stand für Proton Competition unter keinem guten Stern: Im Autodromo Enzo e Dino Ferrari kam nur der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 93 ins Ziel. Michael Fassbender, Richard Lietz und Zach Robichon belegten den achten Platz. Der 911 RSR mit der Startnummer 77 fiel bereits in der ersten Rennstunde nach einem Unfall aus.

„Nach unserem erfolgreichen Saisonstart in Le Castellet hatten wir uns auch für Imola viel ausgerechnet“, sagte Christian Ried. „Leider ist unser Plan nicht aufgegangen. Doch wir schauen nach vorne und werden nach diesem enttäuschenden Wochenende umso stärker zurückkommen.“

Starke Vorstellung in Monza
Das war eine klare Ansage – und das Team lieferte: Beim Vierstundenrennen in Monza gewann der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 die vom Start bis ins Ziel hart umkämpfte Klasse GTE. Im Autodromo Nazionale di Monza, der anspruchsvollen Traditionsrennstrecke im Königlichen Park, startete Christian Ried von der Pole-Position. Als er den Porsche 911 RSR an Gianmaria Bruni übergab, lag er auf dem zweiten Platz. Der Italiener ging in Führung, und auch Lorenzo Ferrari fuhr in seinem Stint die meiste Zeit an der Spitze des stark besetzten GTE-Feldes. Doch 2:52 Minuten vor dem Ziel musste er – wie die meisten Konkurrenten auch – zu einem letzten kurzen Tankstopp an die Box und kam als Zweiter zurück auf die Strecke.

Der neue Spitzenreiter hatte dagegen bereits getankt und nutzte seinen Vorteil. Am Ende waren es 0,965 Sekunden, die der Proton-Elfer hinter dem Ersten ins Ziel kam. Doch der wurde wegen eines Reglementverstoßes nach der Zieldurchfahrt disqualifiziert und die Startnummer 77 zum Sieger dieses nervenaufreibenden Rennens erklärt. Allerdings wurde diese Entscheidung der Rennleitung später in der Saison nach einem Protest zurückgenommen.

Erster Saisonsieg in Barcelona
Doch Proton Competition legte nach: Im Porsche 911 RSR gewannen Christian Ried, Gianmaria Bruni und Lorenzo Ferrari das Vierstundenrennen in Barcelona. In Spanien da weiterzumachen, wo sie in Monza aufgehört hatten – diesen Plan setzten Fahrer und Team beim Start in die zweite Saisonhälfte perfekt um.

Bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad ging Christian Ried aus der zweiten Reihe ins Rennen und eroberte kurz nach dem Start die Führung. Auch nach der ersten Rennstunde lag er an der Spitze des GTE-Feldes. Nach knapp zwei Stunden übergab er den Porsche 911 RSR an Lorenzo Ferrari, der ebenfalls einen starken Stint fuhr und nach drei Stunden als Spitzenreiter geführt wurde. Kurz darauf übernahm Gianmaria Bruni die Startnummer 77 und ging nach dem Stopp als Vierter zurück auf die Strecke. Der Italiener benötigte eine halbe Stunde, um die vor ihm liegenden Konkurrenten zu überholen und sich die Führung zu sichern, die er dann bis ins Ziel nicht mehr aus der Hand gab.

Obwohl die Startnummer 88 nach einer starken Leistung durch einen Konkurrenten um die verdiente Topplatzierung gebracht wurde, war Michael Ried zufrieden. „Genau so haben wir uns den Start in die zweite Saisonhälfte vorgestellt. Als Team haben wir nahtlos an unsere gute Vorstellung von Monza angeknüpft. Schade, dass die Fahrer der 93 für ihre starke Leistung nicht belohnt wurden“, sagte er. Christian Ried pflichtete ihm bei: „Das war eine starke Leistung des gesamten Teams. Wir sind hervorragend gestartet und haben danach unseren Plan perfekt umgesetzt.“ Gianmaria Bruni meinte: „Heute hat alles gepasst. Die Strategie war perfekt, Fahrer und Team haben nicht den kleinsten Fehler gemacht. So gewinnt man Rennen.“

In Spa-Francorchamps lief es nicht so gut. Beim Vierstundenrennen auf dem Traditionskurs in den Ardennen kam der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 auf dem fünften Platz ins Ziel. Besser machte es die Startnummer 18. Bei schwierigen Streckenverhältnissen fuhr der von Proton Competition betreute Porsche 911 RSR von Absoulte Racing ein starkes Rennen. Andrew Hariyanto, Martin Rump und Alessio Picariello kamen als Dritte ins Ziel.

„Im Qualifying ist es uns nicht gelungen, uns die erhoffte gute Ausgangsposition fürs Rennen zu sichern“, so Michael Ried. „Jetzt fokussieren wir uns ganz auf das Saisonfinale in Portimao. Glückwunsch an die Startnummer 18 von Absolute Racing für ein starkes Rennen. Das Podium war hochverdient.“

Tolles Saisonfinale in Portimao
Saisonfinale in Portimao – und doppelter Triumph für Proton Competition: Das Erfolgsteam aus dem schwäbischen Ummendorf sicherte sich an der portugiesischen Algarveküste den Meistertitel in der Klasse GTE. Die Fahrerwertung gewannen Christian Ried, Gianmaria Bruni und Lorenzo Ferrari im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77.

Das Titelrennen war spannend bis zum Schluss. Die Verhältnisse im Autódromo Internacional do Algarve waren nicht einfach. Im Verlauf des Vierstundenrennens begann es immer wieder zu regnen, bevor kurz darauf wieder die Sonne schien. Zahlreiche Autos rutschten von der Piste. Doch die Fahrer der Startnummer 77 hatten alles im Griff. Mit kalkuliertem Risiko sowie einer taktisch starken Leistung fuhren Christian Ried, Gianmaria Bruni und Lorenzo Ferrari mit ihrem Porsche 911 RSR zum Titelgewinn, unterstützt von einer perfekten Strategie ihres Teams. Am Ende genügte ihnen ein fünfter Platz zum Triumph in der hart umkämpften Meisterschaft.

Für das von Gerold Ried 1996 gegründete Team ist es nach 2009, 2010, 2018 und 2020 bereits der fünfte Titelgewinn in der European Le Mans Series (vormals Le Mans Series).

„Dieser Titelgewinn ist der perfekte Saisonabschluss. Das Team und die Fahrer haben alles richtig gemacht. Obwohl wir als Tabellenführer nach Portimao reisten, war der Druck enorm. Das war ein starker Auftritt“, strahlte Michael Ried. Christian Ried sagte: „Wir haben uns mit starken Leistungen in dieser Saison die Chance auf den Titel erarbeitet und sie genutzt. Die harte Arbeit, die wir alle für unser gemeinsames Ziel investiert haben, hat sich gelohnt. Ein großes Dankeschön an das Team und meine Fahrerkollegen sowie an Porsche und alle unsere Partner für die großartige Unterstützung.“