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Erfolgreiche Saison

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Es war ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr für Proton Competition. Arbeitsreich, weil das Team 2021 mit dem Porsche 911 RSR erstmals in drei hochklassigen internationalen Rennserien am Start war. Erfolgreich, weil es bei seiner ersten Saison mit dem Porsche 911 RSR in den USA gleich zwei Langstreckenklassiker gewann – die 12 Stunden von Sebring und das Petit Le Mans auf der Road Atlanta.

IMSA WeatherTech SportsCar Championship
Was für ein Saisonfinale: Beim Petit Le Mans auf der legendären Road Atlanta holten die von Proton Competition für WeatherTech Racing eingesetzten Porsche 911 RSR einen sensationellen Doppelsieg. Mit der Startnummer 79 gewannen Matt Campbell (Australien), Mathieu Jaminet (Frankreich) und Cooper MacNeil (USA) das Zehnstundenrennen auf der Traditionsrennstrecke im US-Bundesstaat Georgia. Kévin Estre (Frankreich), Michael Christensen (Dänemark) und Frédéric Makowiecki (Frankreich), die bis kurz vor Schluss in Führung lagen, kamen im letzten Saisonrennen der IMSA WeatherTech SportsCar Championship mit der Startnummer 97 als Zweite ins Ziel.

Mit diesem Doppelsieg auf einer der spektakulärsten Rennstrecken der Welt krönten Proton Competition und WeatherTech Racing nicht nur ihre erste gemeinsame Saison in der populären Sportwagenrennserie. Sie setzten damit auch einen glänzenden Schlusspunkt unter die Erfolgsgeschichte des Porsche 911 RSR, der sein letztes Rennen in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship bestritt. Die bei den Fans in den USA besonders beliebte Klasse GTLM wird es 2022 nicht mehr geben.

„Mit diesem Erfolg geht für uns eine unglaubliche erste Saison in den USA zu Ende“, sagte Michael Ried, Teameigner und Technischer Direktor Proton Competition. „Ich bin wahnsinnig stolz auf unser Team. Mit Porsche und unseren Partnern WeatherTech Racing und Michelin haben wir viel mehr erreicht, als wir uns zu Beginn unserer Zusammenarbeit erhoffen konnten.“

„Reizvolle Option“
Das Gemeinschaftsprojekt von Proton Competition und WeatherTech Racing kam im Januar 2021 quasi auf den letzten Drücker zustande, kurz vor dem Saisonauftakt mit den 24 Stunden von Daytona „In den USA Rennen zu fahren, war für uns schon immer eine reizvolle Option“, so Teameigner Christian Ried. Mit seinem Vater Gerold war er 2000 und 2001 mit einem 911 GT2 in Daytona am Start, und nach dieser tollen Erfahrung „war klar, dass wir eines Tages gut aufgestellt in die Staaten zurückkehren würden. Wir haben nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet.“ Als sich das Porsche-Werksteam aus den USA zurückzog, war der richtige Zeitpunkt da.

Sensationssieg in Sebring
Bei der Premiere in Daytona hatte das Team Pech, als sein Porsche 911 RSR noch in der Einführungsrunde von einem Konkurrenten abgeschossen wurde. Doch schon in Sebring setzte es ein vielbeachtetes Ausrufezeichen: Beim legendären Zwölfstundenrennen feierte die Mannschaft aus Ummendorf den ersten Sieg. Nach 334 Runden auf dem Sebring International Raceway, dem anspruchsvollen Flugplatzkurs im Herzen Floridas, lagen Matt Campbell, Mathieu Jaminet und Cooper MacNeil im Ziel klar an der Spitze der hart umkämpften Klasse GTLM. Das Rennen auf der wegen ihrer vielen Bodenwellen berühmt-berüchtigten Strecke war bis zum Schluss hart umkämpft. Mathieu Jaminet kam 48 Minuten vor dem Ziel zum letzten Tanken und Reifenwechsel an die Box. Eine Gelbphase 33 Minuten vor Rennende steigerte noch einmal die Spannung. Beim Re-Start war der Franzose Dritter. Als sich seine vor ihm liegenden Konkurrenten in die Quere kamen, setzte er sich an die Spitze und sicherte Porsche den 75. Klassensieg beim ältesten Sportwagenrennen der USA. Den dritten Saisonerfolg feierte Proton Competition Proton Competition mit Matt Campbell und Cooper MacNeil auf der traditionsreichen Road America.

„Das war eine tolle erste Saison in den USA. Unser Team und die Fahrer haben einen super Job abgeliefert“, zieht Christian Ried eine positive Saisonbilanz. „In einem Jahr Sebring und das Petit Le Mans zu gewinnen, ist eine großartige Leistung. Wir sind jetzt Teil der Geschichte der großartigsten Sportwagenrennen in den USA. Darauf können
wir alle stolz sein.“

WEC
Das Beste kommt zum Schluss: So war es aus der Sicht von Dempsey Proton Racing auch in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC. In der ersten Saisonhälfte musste das Team einige Rückschläge wegstecken, bevor es mit einer starken Teamleistung bei den 24 Stunden von Le Mans das nötige Selbstvertrauen für einen erfolgreichen Saisonabschluss tankte. Beim prestigeträchtigen Langstreckenklassiker auf dem 13,629 Kilometer langen Circuit des 24 Heures war der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77, der von Christian Ried (Schönebürg), Matt Campbell (Australien) und Jaxon Evans (Neuseeland) gefahren wurde, als Fünfter der bestplatzierte Porsche in der besonders hart umkämpften Klasse GTE-Am. Erfolgreich unterwegs waren beim härtesten Autorennen der Welt auch der von Proton Competition für das Team Absolute Racing eingesetzte Porsche 911 RSR mit der Startnummer 18: Andrew Harianto (Indonesien), Marco Seefried (Wemding) und Alessio Picariello (Belgien) kamen bei ihrer gemeinsamen Le-Mans-Premiere auf dem starken siebten Platz ins Ziel.

„Unsere Jungs zeigten den Spirit von Le Mans“
Kurz vor dem Start der 89. Auflage des berühmtesten Langstreckenrennens der Welt setzten heftige Regenfälle die Strecke unter Wasser und sorgten für schwierige Bedingungen. „Die Startphase war nicht einfach. Erst auf der nassen Strecke mit schlechter Sicht und dann mit Regenreifen auf der schnell abtrocknenden Strecke – da ging es vor allem darum, sein Auto heil über die Runden zu bringen“, sagte Christian Ried. „Auch wenn es nach unserem Sieg 2018 und dem zweiten Platz vom Vorjahr diesmal nicht für eine Podiumsplatzierung gereicht hat, können wir zufrieden sein. Wir sind ein sehr gutes Rennen gefahren.“ Das fand auch Patrick Dempsey, der das gesamte Rennen von der Box aus verfolgte. Der Hollywood-Star ist Teilhaber des Teams und hat sich 2015 seinen Rennfahrertraum erfüllt, als er in Le Mans im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 Zweiter wurde. Er schwärmte: „Wenn du als Team die Herausforderung Le Mans bestehst, ist das eine großartige Leistung. Unsere Jungs haben einen tollen Job gemacht. Sie zeigten den wahren Spirit von Le Mans.“

Tolles Saisonfinale
Nach der Absage des Rennens in Fuji endete die Saison mit zwei Rennen innerhalb einer Woche in Bahrain. Und im Wüstenstaat setzte Dempsey Proton Racing das in Le Mans getankte Selbstvertrauen in die stärkste Saisonleistung um: Sowohl beim Sechsstundenrennen als auch beim Achtstundenrennen belegten Christian Ried, Matt Campbell und Jaxon Evans gegen die starke Konkurrenz jeweils den zweiten Platz. In der Teamwertung der Klasse GTE-Am verbesserte sich Dempsey Proton Racing mit dem Porsche 911 RSR (Startnummer 77) dadurch auf den dritten Platz. Ebenfalls Dritter sind Christian Ried, Jaxon Evans und Matt Campbell in der Fahrerwertung.

„Zweimal Zweiter in nur einer Woche – dieser Saisonabschluss in der WEC kann sich sehen lassen“, sagte Michael Ried. Sein Bruder Christian Ried schwärmte vor allem vom Finale des zweiten Rennens: „Der Kampf von Jaxon und vor allem von Matt am Ende war der Hammer – ich stand kurz vor dem Herzinfarkt.“

ELMS
Starker Beginn und starkes Ende – dazwischen lief für Proton Competition in der European Le Mans Series nicht immer alles nach Plan. Doch der Reihe nach: In Barcelona starteten Christian Ried, Gianmaria Bruni (Italien) und Cooper MacNeil im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 als Zweite der GTE-Klasse erfolgreich in die Saison. „Auf einer so anspruchsvollen Strecke mit einem Podium in die neue Saison zu starten, ist eine starke Leistung des ganzen Teams“, so Christian Ried. „Es zeigt, dass wir über den Winter gut gearbeitet haben.“

Die mit diesem gelungenen Saisonstart geweckten Hoffnungen erfüllten sich jedoch nicht. Dafür kam der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 93 immer besser in Schwung. Auf dem Red Bull Ring war das Podium in Sichtweite für Hollywood-Star Michael Fassbender (Irland), Richard Lietz (Österreich) und Felipe Fernandez Laser (Deutschland), in Spa-Francorchamps hatten sie eine Hand schon am Pokal. Bis zur letzten Runde des spannenden Vierstundenrennens in den Ardennen fuhren sie in der Spitzengruppe. Das erste Podium war zum Greifen nah. Doch eine Safety-Car-Phase kurz vor Schluss machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Im Ziel fehlten nur wenige Meter zum dritten Platz. „Mit der Pole-Position haben wir uns die bestmögliche Ausgangsposition für das Rennen gesichert“, so Richard Lietz. „Leider haben wir es nicht ganz geschafft, mehr daraus zu machen. Doch einen Versuch haben wir ja noch in dieser Saison.“

Hollywood-Finale für Michael Fassbender
Damit meiner er das Abschlussrennen in Portimao. Im Autódromo Internacional de Algarve holten sie tatsächlich ihre erste Podiumsplatzierung in der European Le Mans Series. Auf der Formel-1-Strecke im Süden Portugals kamen sie nach einer starken Leistung als Zweite der GTE-Klasse ins Ziel. Das sorgte auch bei Michael Ried für Erleichterung: „Sie haben es schon lange verdient, auf dem Podium zu stehen. Im letzten Rennen der Saison haben sie jetzt endlich geschafft. Sie sind ein starkes Rennen gefahren. Mit etwas Glück wäre auch der Sieg möglich gewesen.“

Michael Fassbender fiel nach diesem erfolgreichen Saisonabschluss ein Stein vom Herzen. „Mein erstes Podium mit dem Porsche 911 RSR. Ich bin glücklich und erleichtert, dass wir das geschafft haben“, freute er sich im Ziel seiner zweiten Saison in der European Le Mans Series. „Ich danke allen, die dazu beigetragen haben – dem Team, Porsche und natürlich meinen Teamkollegen, die mich auf unserem gemeinsamen Weg unermüdlich unterstützt haben.“

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