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Wertvolle Erfahrungen

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Mit dem mit Spannung erwarteten Einsatz des neuen Porsche 963 in den Topklassen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC und der IMSA SportCar Championship schlug Proton Competition ein neues Kapitel seiner erfolgreichen Geschichte auf.

Die neue Ära begann mit Verspätung: Als das Erfolgsteam aus Ummendorf seinen Porsche 963 endlich auf dem Hof stehen hatte, war in der WEC die erste Hälfte der Saison schon vorbei. Keine Zeit also für Testfahrten vor dem Premierenrennen im Königlichen Park von Monza. Die Vorfreude war bei allen Beteiligten trotzdem groß.

„Die Spannung steigt. Auf den ersten Einsatz unseres neuen Porsche 963 haben wir mit großem Einsatz hingearbeitet. Für unser Team beginnt damit eine neue Zeitrechnung“, sagte Michael Ried. Das Team sei hochmotiviert und werde alles dafür tun, damit dieses Kapitel ein Erfolg wird. Diesen Anspruch unterstrich auch Christian Ried: „Wir freuen wir uns auf die großartige neue Herausforderung. Unsere Konkurrenten haben uns, was den Einsatz eines Hypercars betrifft, schon einige Erfahrung voraus. Doch wir werden alles daransetzen, ihnen auf der Rennstrecke mit unserer hochmotivierten Mannschaft ein ernstzunehmender Gegner zu sein.“

Es wurde ein eindrucksvolles Debüt in der Eliteklasse: Gegen die starke Konkurrenz der Werksteams von Cadillac, Ferrari, Peugeot, Porsche und Toyota zeigte das Team eine sehenswerte Leistung. Mit Routinier Gianmaria Bruni am Steuer legte die Startnummer 99 die ersten Rennkilometer zurück. Neel Jani sorgte zur Hälfte der Distanz sogar für die erste Führung. Harry Tincknell konnte die beeindruckende Premiere des Klassenneulings allerdings nicht mit einer Topplatzierung krönen: Weniger als zwei Stunden vor dem Ziel musste er den Porsche 963 wegen eines technischen Defekts abstellen.

„Das war natürlich schade, dass unser Porsche 963 das Rennen nicht zu Ende fahren konnte“, kommentierte Christian Ried. „Doch dafür, dass wir keinen einzigen Testkilometer mit dem neuen Auto absolvieren konnten, war das eine starke Vorstellung. Der Zeitdruck in den Tagen vor Monza war enorm. Damit wir überhaupt starten konnten, sind viele im Team und bei unseren Partnern an ihre Grenzen gegangen. Dafür herzlichen Dank.“

Der zweite Einsatz des neuen Porsche 963 erfolgte in den USA. Mit der Startnummer 59 fuhr er auf der legendären Road America ein solides Rennen und kam als Achter ins Ziel. „Wir sind ein starkes Rennen ohne Probleme gefahren. Das gibt uns sehr viel Zuversicht für die nächsten Einsätze“, sagte Michael Ried. Auch Gianmaria Bruni war mit der Premiere in den USA zufrieden: „Wir dürfen nicht vergessen, dass unser Auto sofort nach Monza in die Vereinigten Staaten transportiert wurde, wo es ohne jeden Test auf die sehr anspruchsvolle Strecke ging. Unser erstes Ziel war deshalb, ein sauberes Rennen zu absolvieren und zu lernen. Das haben wir erreicht. Jetzt werden wir alle Daten analysieren und die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen.“

Beim Sechsstundenrennen der WEC in Fuji kam Proton Competition als Neunter ins Ziel. Eine bessere Platzierung verhinderte ein Problem mit dem Sicherheitsgurt. Der dadurch notwendige Boxenstopp warf die Startnummer 99 weit zurück. „Wir stehen mit unserem neuen Auto immer noch ganz am Anfang“, sagte Gianmaria Bruni. „Natürlich wollen wir in jedem Rennen möglichst weit vorne landen, doch in dieser Lernphase ist das Ergebnis eher zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass wir Erfahrungen sammeln und die richtigen Schlüsse ziehen. Da sehe ich uns auf einem guten Weg.“

In Indianapolis fuhren Gianmaria Bruni und Harry Tincknell ein starkes zweites Rennen mit dem Porsche 963 in den Vereinigten Staaten. Mit einem tollen Start überholte der Italiener in der ersten Runde vier Konkurrenten und machte als Fünfter Jagd auf die Spitzengruppe. Die Startnummer 59 im WeatherTech-Design war das drittschnellste Auto auf der Strecke, konnte die starke Performance letztlich jedoch nicht in eine gute Platzierung umsetzen: Wegen einer Durchfahrtstrafe verlor es rund 45 Sekunden auf die Konkurrenz und kam schließlich auf dem neunten Platz ins Ziel.

Mit der starken Performance auf der weltberühmten Rennstrecke war Christian Ried aber auch so sehr zufrieden. „Jeder hat gesehen, dass wir mit dem neuen Auto einen weiteren wichtigen Schritt gemacht haben“, sagte er. „Unsere Pace war richtig gut. Ohne die Strafe hätten wir für eine Überraschung sorgen können.“

Die gab es dann beim Saisonfinale in den USA: Beim Petit Le Mans feierte Proton Competition als Dritter das erste Podium mit seinem neuen Porsche 963.

Das Zehnstundenrennen auf dem Traditionskurs im US-Bundesstaat Georgia war nichts für schwache Nerven. Insgesamt 13 Safety-Car-Phasen, die letzten beiden in der Schlussviertelstunde, sorgten für Spannung und Dramatik bis kurz vor dem Ziel. Nach einem wahren Boxenstopp-Poker waren es am Ende nur Sekunden, die über Sieg oder Niederlage entschieden. Gianmaria Bruni, Harry Tincknell und Neel Jani zeigten ihr bestes Saisonrennen mit dem Porsche 963 und kamen nach 397 Runden auf der schwierigen Strecke als Dritte ins Ziel – vor allen anderen Porsche 963, auch vor den Werksautos aus Weissach.

„Das war ein großartiger Tag für unser Team. Die Mannschaft von Proton hat über Monate unglaublich hart gearbeitet“, sagte Gianmaria Bruni sichtlich gerührt. „Am Morgen vor dem Rennen haben wir uns zusammen an einen Tisch gesetzt und gesagt, dass wir möglichst null Fehler machen und uns aus allem heraushalten wollen. So würden wir automatisch nach vorne kommen. Genau das ist gelungen. Ich freue mich sehr für Christian und Michael Ried und die gesamte Mannschaft.“

Die erste Halb-Saison des Porsche 963 von Proton Competition endete in Bahrain mit einem zehnten Platz, verursacht durch ein Problem mit der Fußstütze. Der Routinier blickte trotzdem zuversichtlich nach vorne: „In den sechs Rennen, die wir mit dem Porsche 963 in dieser Saison gefahren sind, erlebten wir Höhen und Tiefen“, so Gianmaria Bruni. „Dabei konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, auf die wir für die Zukunft aufbauen können. Wir freuen uns darauf.“