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Positive Bilanz

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Für Proton Competition endete das Motorsportjahr 2020 mit einem Triumph in der European Le Mans Series: Im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 holte Christian Ried mit seinen Teamkollegen Michele Beretta und Alessio Picariello den Titel in der Klasse GTE. In der Sportwagen-Weltmeisterschaft sicherte sich Dempsey Proton Racing einige Achtungserfolge, vor allem bei den 24 Stunden von Le Mans.

ELMS: Zwei Siege und zwei Titel
Den Grundstein zum Titelgewinn legte das Erfolgsteam aus dem schwäbischen Ummendorf mit dem Sieg beim Saisonauftakt in Le Castellet. Auf dem Circuit Paul Ricard, dem auf einer Hochebene zwischen Toulon und Marseille gelegenen Formel-1-Kurs, fuhr Christian Ried bei sonnigen 26 Grad Celsius einen soliden Start und hielt sich in dem stark besetzten Feld aus allen Rangeleien heraus. In seinem ersten Rennen für Proton Competiton übernahm Alessio Picariello kurz nach der Hälfte der Distanz die Führung. Mit dem vom Team hervorragend vorbereiteten 911 RSR wehrte er, wie zwischendurch auch Michele Beretta, alle Angriffe der starken Ferrari-Armada ab und fuhr den Sieg souverän nach Hause. Im Ziel hatte er eine Runde Vorsprung.

„Das war ein Saisonauftakt nach Wunsch“, strahlte Michael Ried, Teameigner und Technischer Direktor. Christian Ried stimmte zu: „Dieser Sieg war überfällig. Endlich hat mal wieder alles gepasst. Das erste Rennen einer Saison zu gewinnen ist nicht nur ein Beleg dafür, dass du in der Vorbereitung alles richtig gemacht hast – es ist auch eine tolle Motivation für die vor uns liegenden Aufgaben. Unsere neuen Fahrer haben toll eingeschlagen.“

Ein Hauch von Hollywood
Neu im Team waren nicht nur Michele Beretta und Alessio Picariello, der mit diesem Einstand verständlicherweise hochzufrieden war. „Das erste Rennen mit einem neuen Team zu gewinnen ist ein Traum“, sagte er. „Als wir die Chance hatten, in Führung zu gehen, haben wir sie ergriffen.“ Nicht ganz so gut verlief der Saisonstart für die anderen Neulinge, die sich den 911 RSR mit der Startnummer 93 teilten: Neben Routinier Richard Lietz waren das Felipe Fernandez Laser und Hollywood-Star Michael Fassbender. Der deutsch-irische Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ bekannt wurde, war zuletzt im Porsche Sports Cup unterwegs. Seine erste Saison mit Proton Competition in der ELMS war ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zur Erfüllung seines persönlichen Rennfahrertraums – dem Start bei den 24 Stunden von Le Mans. Der siebte Platz in Le Castellet war nicht das erhoffte Ergebnis: „Das war ein schwieriger Start. Ich habe fünf Runden gebraucht, um meinen Rhythmus zu finden. In der 21. Runde zog ein vor mir fahrender Prototyp plötzlich von links nach rechts. Ich habe wohl etwas zu hart gebremst und mich gedreht.“

Schon viel besser sah es in Spa-Francorchamps aus. Bei Temperaturen von über 30 Grad verlor die von der Pole-Position losgefahrene Startnummer 93 in der ersten Rennhälfte gegen die starke Konkurrenz zwar etwas an Boden. Doch mit einer tollen Aufholjagd kämpften sich Michael Fassbender, Richard Lietz und Felipe Fernandez Laser wieder bis auf den vierten Platz vor. Ein Lichtblick, auch wenn es nicht ganz zum ersten Podium gereicht hat. Auf dem Traditionskurs in den belgischen Ardennen fuhren auch die Auftaktsieger von Le Castellet lange auf Erfolgskurs. Doch kurz vor dem Ziel mussten Christian Ried, Michele Beretta und Alessio Picariello die Hoffnung auf den zweiten Sieg in Serie aufgeben. Zwischen den legendären Kurven Eau Rouge und Raidillon verloren sie wegen eines platten Reifens die Führung und kamen schließlich als Fünfte ins Ziel.

„Unsere Pole-Position hat gezeigt, dass wir ein Auto haben, mit dem wir ganz vorne mitfahren können. Im Vergleich zum Saisonauftakt haben wir uns in allen Belangen verbessert“, zog Richard Lietz eine positive Bilanz. Und Michael Fassbender meinte: „Ich freue mich über jeden Rennkilometer, den ich mit dem Porsche 911 RSR in dieser hochklassigen Serie absolvieren kann. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Auto und werde vom Team und meinen Fahrerkollegen toll unterstützt.“ Etwas angefressen war dagegen Christian Ried. „Wir sind ein starkes Rennen gefahren, haben genau das umgesetzt, was wir uns nach unserem Sieg in Le Castellet vorgenommen hatten. Dass so kurz vor dem Ziel einem Reifen die Luft ausgeht, da steckst du nicht drin“, sagte er, blickte aber gleich wieder nach vorne: „Das wirft uns nicht um. Wir wissen, dass wir auf jeden Fall um den Sieg kämpfen können. Schade, dass wir für unsere starke Teamleistung nicht belohnt wurden.“

Rückkehr nach Le Castellet
Für das in Barcelona geplante dritte Saisonrennen, das wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, sprang Le Castellet in die Bresche. Für Proton Competition war die Rückkehr nach Südfrankreich von Erfolg gekrönt: Beim Vierstundenrennen auf dem Circuit Paul Ricard belegten Christian Ried, Michele Beretta und Alessio Picariello nach hartem Kampf den zweiten Platz. Die Startnummer 93 konnte nach einem Qualifying-Unfall von Michael Fassbender nicht am Rennen teilnehmen, das wegen heftigen Regens hinter dem Safety Car gestartet wurde. Von der Pole-Position übernahm Christian Ried das Kommando im starken GTE-Feld. Im Verlauf der ersten Rennstunde setzte er sich auf der zusehends abtrocknenden Strecke mit einer starken Leistung immer weiter ab und übergab den 911 RSR als Spitzenreiter an Michele Beretta. Der Italiener verlor die komfortable Führung, als er von einem Protoypen getroffen wurde und mit einem angeschlagenen Reifen die Box ansteuern musste. Das kostete die Zeit, die am Ende nach einer weiteren unverschuldeten Kollision zum möglichen Sieg fehlte. In der Schlussphase des Rennens kam Alessio Picariello zum Einsatz, der im Qualifying die Klassenbestzeit geholt hatte.

„Von Südfrankreich war in Le Castellet diesmal nicht viel zu spüren. Das Wetter erinnerte eher an Spa. Bei diesen schwierigen Bedingungen Zweiter zu werden, ist trotz allem ein schöner Erfolg. Viel hat nicht gefehlt, und wir hätten unseren Auftaktsieg wiederholen können“, sagte Michael Ried. Christian Ried fasste sein Rennen so zusammen: „Ich hatte einen guten Start. Unser Elfer und die Reifen haben bei den schwierigen Verhältnissen bestens funktioniert. Ich konnte dadurch länger auf der Strecke bleiben als unsere Konkurrenten und einen ansehnlichen Vorsprung herausfahren. Mit diesem zweiten Platz haben wir unseren Titelanspruch unterstrichen. Dass wir diesmal nicht gewonnen haben, war einfach nur Rennpech.“

Auch in Monza auf dem Podium
Den zweiten Platz holte der 911 RSR mit der Startnummer auch beim Gastspiel der ELMS im Autodromo Nazionale in Monza. „Wir sind ein gutes Rennen gefahren. Nach einem vielversprechenden Start lagen wir nach der Hälfte der Distanz verdient in Führung. Leider konnten wir unseren Vorsprung nicht bis ins Ziel behaupten“, war Christian Ried im Ziel nicht ganz zufrieden. Auch Teamkollege Michele Beretta hatte sich auf seiner Hausstrecke mehr vorgenommen, sah die Dinge gleichwohl positiv: „Unser zweiter Platz ist ein Erfolg, auch wenn wir natürlich gerne gewonnen hätten. Aber wir haben ja noch ein Rennen, um uns den Titel zu holen.“ Michael Ried, der Teameigner und Technische Direktor, war ebenfalls um eine positive Sicht der Dinge bemüht, als er sagte: „Das war eine starke Teamleistung, auch wenn sie nicht von unserem zweiten Saisonsieg gekrönt wurde. Wir können dennoch zufrieden sein, wie wir uns auf dieser anspruchsvollen Strecke präsentiert haben. Durch den zweiten Platz unserer Nummer 77 haben wir nach wie vor eine gute Ausgangsposition im Titelkampf. Jetzt freuen wir uns auf das Saisonfinale in Portimao, auf das wir uns bestmöglich vorbereiten und unsere Autos perfekt vorbereitet an den Start schicken werden.“

Die Ausgangsposition vor dem Finale in Portugal war klar: Um in Sachen Titelgewinn auf Nummer sicher zu gehen, müssen für Proton Competition die Pole-Position und der Sieg her. Christian Ried war in dieser Hinsicht guter Dinge. „Das Saisonfinale auf dieser tollen Strecke ist immer eine ganz besondere Herausforderung. Unserem 911 RSR scheint sie gut zu liegen, immerhin haben wir 2017 und 2018 dort gewonnen“, sagte er. „Wenn es jetzt um den Meistertitel geht, ist das für das ganze Team eine besondere Drucksituation, auch schon im Qualifying, weil wir unseren Titelrivalen auf keinen Fall die Pole-Position überlassen dürfen. Der dafür vergebene Extrapunkt könnte am Ende den Ausschlag geben. Doch wir haben auch in dieser Saison gezeigt, dass wir mit Druck ganz gut umgehen können.“

Spannendes Saisonfinale
In der Tat: Im Autódromo Internacional do Algarve holten Christian Ried, Michele Beretta und Alessio Picariello den Sieg in der Klasse GTE und sicherten Proton Competition damit den Titelgewinn in der Team- und Fahrerwertung dieser hart umkämpften Meisterschaft. Dieser Erfolg in Portugal weckte angenehme Erinnerungen, denn das Double aus Team-und Fahrertitel hat Proton Competition bereits 2018 geschafft.

Die Entscheidung auf der Formel-1-Strecke an der Algarve war nichts für schwache Nerven. Nur vom vierten Startplatz ins Rennen gegangen, war Startfahrer Christian Ried im 911 RSR mit der Startnummer 77 nach der ersten Stunde bereits Dritter. Zur Halbzeit lag Michele Beretta auf dem vierten Platz. In der dritten Rennstunde übernahm Alessio Picariello erstmals die Führung. In der Schlussphase zeigte sich die perfekte Rennstrategie des Teams, als der Belgier nach dem letzten Boxenstopp mit einem knappen Vorsprung vor seinem stärksten Titelrivalen zurück auf die Strecke fuhr. Danach baute er, wie schon beim Auftaktsieg in Le Castellet, seine Führung kontinuierlich aus und sicherte dem Team souverän und sicher den doppelten Titelgewinn.

„Das Beste kommt zum Schluss“
„Wie heißt es so schön: Das Beste kommt zum Schluss“, strahlte Christian Ried mit der Herbstsonne über der Algarve um die Wette. „Dieser Titelgewinn ist ein großartiger Erfolg. Es war ein schwieriges Rennen für uns Fahrer und das ganze Team. Der Druck war enorm, doch für uns war das keine Belastung, sondern vielmehr eine zusätzliche Motivation. Als wir vor zwei Jahren hier gewonnen haben, waren es unsere Teamkollegen, die sich den Titel holten. Diesmal waren wir von der Nummer 77 an der Reihe. Danke Michele und Alessio für eine großartige Saison.“

Michele Beretta war nach dem Rennen in seiner Freude kaum zu halten. „Meine erste Saison mit Proton Competition und Porsche mit dem Meistertitel abzuschließen, ist ein Traum. Ich bin sehr stolz auf diesen Erfolg und dankbar, diese große Chance bekommen zu haben“, sagte er. Auch Alessio Picariello stieg nach dem Rennen rundum glücklich aus seinem 911 RSR: „Als Sieger über die Ziellinie zu fahren, war ein echtes Gänsehautgefühl. Ich bin unglaublich stolz auf das Team und meine Teamkollegen, dass wir in diesem Saisonfinale unsere Chance so souverän genutzt haben.“

Mit der Startnummer 93 kamen Richard Lietz, Michael Fassbender und Felipe Fernandez Laser, wie schon in Monza, als Fünfte ins Ziel. Das Saisonfazit von Michael Fassbender: „Meine erste Saison in der European Le Mans Series war sehr intensiv. Für mich war es ein großer Schritt vom Porsche Sports Cup in diese stark besetzte und entsprechend hart umkämpfte Meisterschaft. Ich habe jedoch sehr viel gelernt und bin insgesamt sehr glücklich, wie diese Premierensaison für mich gelaufen ist.“

WEC: Starke Vorstellung in Le Mans
Auftakt in Texas: Die Sportwagen-Weltmeisterschaft startet am 23. Februar in Austin in das Motorsportjahr. Nach zwei Jahren Pause waren die schnellsten Sportwagen der Welt wieder auf dem Circuit of the Americas am Start. Beim Sechsstundenrennen „Lone Star Le Mans“ belegte der Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77, gefahren von Christian Ried, Matt Campbell und Riccardo Pera, den sechsten Platz in der Klasse GTE-Am. Im zweiten von der Mannschaft aus Ummendorf eingesetzten 911 RSR mit der Startnummer 88 kamen Thomas Preining, Bret Curtis und Adrien De Leener beim insgesamt fünften Lauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft 2019/2020 als Neunte ins Ziel.

„Mit zwei Trainingsbestzeiten und einer guten Vorstellung im Qualifying sind wir sehr gut in das Wochenende gestartet. Im Rennen konnten wir an diese Leistung leider nicht anknüpfen“, kommentierte Michael Ried. Auch Christian Ried hätte sich einen erfolgreicheren Start ins neue Jahr gewünscht und ärgerte sich über die verpasste Chance: „Anfangs waren wir auf dieser schwierigen Strecke, auf der es besonders auf die richtige Reifenstrategie ankommt, ganz gut unterwegs. Doch dann hat es leider wieder nicht ganz gereicht, unseren Anspruch auf einen Podestplatz mit konstant schnellen Rundenzeiten auch im Rennen zu untermauern.“

Gelungene Generalprobe für Le Mans
Nach dem Gastspiel in Texas kam die Corona-Unterbrechung – aus der sich Dempsey Proton Racing mit einer starken Leistung zurückgemeldete: Beim Sechsstundenrennen auf dem Circuit de Spa-Francorchamps erkämpften sich Christian Ried, Matt Campbell und Riccardo Pera den zweiten Platz. Nach 134 Runden auf dem anspruchsvollen Traditionskurs in den belgischen Ardennen fehlten den Vorjahressiegern, die nach ihrer Qualifyingbestzeit von der Pole-Position starteten, im Ziel nur 2,898 Sekunden zum Sieg. Auch der zweite 911 RSR des Erfolgsteams aus dem schwäbischen Ummendorf, den sich in ihrem ersten gemeinsamen Rennen Ricardo Sanchez, Gian Luca Giraudi und Lucas Légeret teilten, fuhr beim sechsten Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft lange auf Podiumskurs. Bei wechselhaftem Wetter mit heftigen Regenschauern sowie mehreren Safety-Car-Phasen kam der Elfer mit der Startnummer 88 schließlich als Fünfter ins Ziel und komplettierte damit eine starke Teamleistung bei dieser traditionellen Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans.

„Mit unserer Pole-Position haben wir im Qualifying das erste Ausrufezeichen gesetzt. Da haben wir gesehen, dass unser Paket mit dem schnellen und zuverlässigen 911 RSR sowie den Reifen von Michelin passt“, meinte Christian Ried. „Wir hatten auch im Rennen das Potential, um ganz vorne zu landen. Das hat leider nicht ganz funktioniert. Doch dass im Ziel nur etwas mehr als zwei Sekunden zum Sieg gefehlt haben, zeigt, dass wir für Le Mans bestens aufgestellt sind.“

Sensationelle Aufholjagd
Es war ein langes Warten auf Le Mans. Die 88. Auflage des Langstreckenklassikers ging wegen der Pandemie mit großer Verspätung über die Bühne – am 19./20. September statt wie sonst im Juni. Für Dempsey Proton Racing war die Reise nach Frankreich die Rückkehr an den Ort seines größten Triumphes: 2018 hat das Team das härteste Autorennen der Welt gewonnen. Auch diesmal war der Sieg in Reichweite: Im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77 feierten Christian Ried, Matt Campbell und Riccardo Pera nach einer starken Leistung und einer sensationellen Aufholjagd den zweiten Platz. Damit setzte das Erfolgsteam aus Ummendorf ein weiteres Ausrufezeichen in Le Mans.

Das Rennen auf dem Circuit des 24 Heures war nichts für schwache Nerven. Vor allem in der Klasse GTE-Am, mit 22 Auto so stark besetzt wie selten zuvor, lieferten sich die Piloten vom Start bis ins Ziel spektakuläre Rad-an-Rad-Duelle und verbissene Positionskämpfe. Die Speerspitze von Dempsey Proton Competition, das mit drei 911 RSR am Start war, bildete von Anfang an die Nummer 77. Nach einer starken Leistung im Qualifying und im Kampf um die erstmals ausgefahrene Hyperpole zeigten Startfahrer Christian Ried und seine Teamkollegen auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs eine absolut fehlerfreie Leistung und behaupteten sich über die gesamte Renndistanz in der Spitzengruppe. Vor der letzten Rennstunde fuhr Matt Campbell in seinem Schlussstint auf den vierten Platz vor, um sich kurz darauf um eine weitere Position zu verbessern. Als 36 Minuten vor dem Ziel das Safety Car auf die Strecke ging und das Feld noch einmal zusammenzog, wurde es noch spannender. Kurz nach dem Re-Start kämpfte sich der Australier, zusammen mit Christian Ried einer der Sieger-Piloten von 2018, mit spektakulären Überholmanövern auf den zweiten Platz vor. In den letzten Runden wehrte er souverän alle Angriffe seiner Verfolger ab und brachte dieses tolle Ergebnis ins Ziel.

„Fantastisches Rennen“
„Zwei Jahre nach unserem ersten Sieg in Le Mans erneut auf dem Podium stehen, ist ein unglaublich gutes Gefühl“, sagte Christian Ried. „Wir sind ein fantastisches Rennen gefahren. In der Schlussphase haben wir noch einmal alles ausgepackt und für das Team dadurch einen hart erarbeiteten, aber auf jeden Fall hochverdienten Erfolg gesichert. Schade nur, dass wegen Corona keine Zuschauer an die Strecke durften. Sie hätten ihre helle Freude an dem gehabt, was Fahrer und Teams unter diesen erschwerten Bedingungen leisteten.“ Matt Campbell stimmte begeistert zu: „Das ganze Team hat optimal gearbeitet. Wir dürfen allesamt sehr stolz sein. Das Finale nach der letzten Safety-Car-Phase war ein großer Spaß. Ich habe nur noch voll attackiert. Wir feiern diesen zweiten Platz wie einen Sieg.“

Nicht ganz so gut lief die Schlussphase des Rennens für den 911 RSR mit der Startnummer 99, den sich 2018-Sieger Julien Andlauer mit Vutthikorn Inthraphuvasak und Lucas Légeret teilte. Nach einem starken Rennen lag das Trio bis eine knappe Stunde vor dem Ziel auf dem eindrucksvollen sechsten Platz, wurde wegen eines Ausritts in die Reifenstapel schließlich jedoch nur Zehnter. Bereits in der Anfangsphase des Rennens mussten Dominique Bastien, Thomas Preining und Adrien De Leener nach einer unverschuldeten Kollision alle Hoffnungen auf einen Spitzenplatz begraben. Sie kamen mit dem Dempsey-Elfer nach einer langen Stand- und Reparaturpause auf dem 18. Platz ins Ziel. Besser machten es Horst Felbermayr, Michele Beretta und Max van Splunteren. Mit dem von Proton Competition eingesetzten 911 RSR mit der Startnummer 78 belegten sie nach einem engagierten Rennen und dank einer konstant guten Leistung den zwölften Platz.

Kein Wunder, dass Michael Ried mit seinem Team alles in allem sehr zufrieden war. „Das war eine starke Teamleistung in einem ganz besonderen Rennen. Der hart erkämpfte zweite Platz unserer Nummer 77 war die Krönung einer aufregenden Woche und der verdiente Lohn für die großen Anstrengungen, die das ganze Team unternommen hat, um so weit zu kommen“, sagte er und fügte noch hinzu: „Wir sind froh und dankbar, dass Le Mans in dieser schwierigen Zeit stattfinden konnte. Das war ein weiterer wichtiger Schritt zurück zur Normalität im Motorsport.“

Saisonfinale in der Wüste
Beim Saisonfinale in Bahrain holte Dempsey Proton Racing nach Spa und Le Mans eine weitere Podiumsplatzierung. Der von Marco Holzer, Khaled Al Qubaisi und Jaxon Evans gefahrene 911 RSR mit der Startnummer 88 belegte im Achtstundenrennen auf dem Bahrain International Circuit einen starken dritten Platz. Christian Ried, Dennis Olsen und Riccardo Pera kamen mit der Startnummer 77 als Siebte ins Ziel. Das Saisonfinale in der Wüste war spannend bis zum Schluss. Vor der letzten Rennstunde sah es trotz einer starken Leistung von Marco Holzer und Co. über die gesamte Renndistanz nicht so aus, als würde es die 88 gegen die starke Konkurrenz noch aufs Podium schaffen. Doch dann zahlte sich die perfekte Rennstrategie des Teams aus: In der Schlussstunde seines ersten WEC-Rennens zog Porsche-Youngster Jaxon Evans noch an drei Konkurrenten vorbei und fuhr als Dritter über die Ziellinie. Nach 232 Runden auf dem Grand-Prix-Kurs in Sakhir fehlten zum zweiten Platz nur winzige 1,010 Sekunden.

„Nach unserem Titelgewinn in der European Le Mans Series wollten wir uns auch in der WEC mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause verabschieden. Das ist uns mit einer starken Teamleistung und einer perfekten Rennstrategie gelungen“, kommentierte Michael Ried das letzte Rennen des Jahres. Mit einem Blick zurück auf die wegen Corona sehr schwierige Saison in der WEC und der ELMS sagte er: „Ich bin wahnsinnig stolz auf unser Team. Angesichts der unsicheren Lage war es nicht immer einfach, fokussiert zu bleiben und weiter mit vollem Einsatz für unser gemeinsames Ziel zu arbeiten. Doch genau das haben wir getan. Wir haben alle an einem Strang gezogen und sind dafür belohnt worden. Mein Dank gilt unseren großartigen Partnern für ihre unermüdliche Unterstützung, aber auch unseren Mitbewerbern und allen, die in dieser schwierigen Zeit dafür gesorgt haben, dass wir Rennen fahren konnten.“